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Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Dietlingen
Einer für alle, alle für Einen Getreu den Prinzipien ihrer Urväter und Gründungsvorbilder, im Bewußtsein der gegenseitigen Verantwortlichkeit untereinander und aus einem gewissen Maß von Trotz gegenüber der übermächtigen Naturgewalt, fanden sich auch in Dietlingen vor 100 Jahren Bürger zu einer starken Gemeinschaft zusammen, um Mitbürgern Schutz vor dem „Roten Hahn“ und im akuten Fall bestmögliche Hilfe zu bieten. So entstand im Jahre 1907 unter Kommandant Heinrich Schwarz (1907 - 1923) die Freiwillige Feuerwehr Dietlingen. Die Brandbekämpfung und Löschwasserversorgung zur damaligen Zeit wurde mit Hilfe einer Eimerkette und der Muskelkraft eines großen Teils der Bevölkerung bewältigt, da man von Kraftspritzen und Feuerlöschfahrzeugen noch nicht viel wußte und für die Dorfgemeinschaft dieses auch nicht zu bezahlen gewesen wäre.
Der erste große technische Fortschritt datiert auf das Jahr 1925, in dem unter Kommandant Adam Bischoff (1923 - 1933) die Anschaffung eines Pumpenwagens in der Ortschronik verzeichnet steht. Der Pumpenwagen mußte von Pferden oder von den Feuerwehrmännern selbst gezogen werden und selbst das Pumpen erforderte die Muskelkraft von acht starken Männern. Mit dem schrittweisen Ausbau der Wasserleitungen und der Anschaffung zweier Löschkarren in den dreißiger Jahren – inzwischen hieß der Kommandant Hermann Becker (1933 - 1938) – konnte der Wasserdruck aus dem Hochbehälter ausgenutzt werden. Auf eine völlig neue Basis wurde die Arbeit der inzwischen gut organisierten Feuerwehr Ende der dreißiger Jahre durch ein Ereignis gestellt, das nur mit dem Zusammenschluß der Wehren von ietlingen, Ellmendingen, Weiler, Niebelsbach und Dietenhausen durch die Gemeindefusion 1972 verglichen werden kann: Der „Gerätepark“ wurde durch eine Motorpumpe TS 8 mit Lafette und einer mechanischen Leiter erweitert. Der damalige Kommandant Wilhelm Scholl 1938 - 1948) war damit in der Lage in allen Teilen des Ortes Wasser zu fördern. Trotz Einzug vieler Feuerwehrmänner zum Kriegsdienst, behielt die Wehr auch in den schlimmen Kriegsjahren ihre Funktionsfähigkeit. Als Ersatz leistete in Dietlingen eine Anzahl von Frauen Feuerwehrdienst (wie auch in vielen anderen Gemeinden). Eine Tatsache, die den üblichen Undank des Verschweigens nicht verdient hat. Nach 1945 übernahm Wilhelm Scholl wieder das Kommando und nach erfolgter Erholung von den Kriegswirren zählte die Wehr einen Stand von 68 Aktiven. Unter Kommandant Albert Fieß (1948 - 1968) – nach seiner aktiven Zeit zum Ehrenkommandant befördert – fällt eine Aktivität, auf die die Kameraden heute noch stolz sein dürfen. Zum 50-jährigen Jubiläum im Jahre 1957 wurde in Eigenarbeit und ungezählten Arbeitsstunden aus einem ausgedienten Opel Admiral ein Feuerwehrauto gezaubert. Für die Dietlinger Feuerwehr ein Besitz, um die sie viele Nachbarwehren beneideten. Als im Jahre 1962 die 50 Jahre alte mechanische Holzleiter durch eine neue mechanische Anhängeleiter in Stahlkonstruktion ersetzt wurde und 1964 durch Bürgermeister Beuchle ein fabrikneues Löschfahrzeug LF 8 TS übergeben wurde, hatte sich die Struktur der Wehr endgültig gewandelt. Neue Schwierigkeiten standen in’s Haus. Der Geräteschuppen beim Rathaus wurde zu klein. Zu Erweiterungszwecken wurde 1965 ein angrenzendes Grundstück erworben, dem Ausbau stand jedoch der Geldmangel des Gemeindehaushalts entgegen. Unter Bürgermeister Kugel entstand der Gedanke eines völligen Neubaus an der alten Stelle, bis sich schließlich herausstellte, daß der Platz inzwischen nicht mehr geeignet war. Auch unter Kommandant Werner Schmidt (1968 - 1976) konnte trotz mehrfacher Forderung an Bürgermeister und Gemeinderäte ein Neubau nicht verwirklicht werden. Die Gemeindefusion von 1972 verursachte auch für die Feuerwehr Dietlingen einschneidende Veränderungen und organisatorische Umstrukturierung. Aus den Wehren der ehemals selbstständigen Orte, der jetzigen Kelterner Ortsteile, wurde 1974 eine Gesamtwehr mit fünf Abteilungen unter Leitung von Kommandant Martin Kohle aus Dietlingen (1974 - 1990). Der bisherige Dietlinger Kommandant wurde zum Abteilungsführer des l. Zuges ernannt. Der Zeit weit voraus war die Abteilung Dietlingen, als 1974 ein Afrikaner, welcher in Pforzheim studierte und in Dietlingen wohnte, der Feuerwehr beitrat und mit großem Stolz und Eifer seinen Dienst versah. Was die Kameradschaft anbelangte so war er auch dort immer ein gern gesehener Gast. Integration, schon damals bei der Feuerwehr Dietlingen kein Problem. Im selben Jahr gingen nach langem Ringen die Planungsarbeiten für ein neues Feuerwehrgerätehaus in die Endphase. Nach dem Abbruch der alten Dreschhalle, konnte im April 1975 mit den Bauarbeiten für ein funktionelles Feuerwehrhaus begonnen werden, welches am 27. und 28.09.1975 feierlich eingeweiht wurde. Nun konnten für alle Abteilungen Schulungen durchgeführt und die Fahrzeuge fachgerecht gewartet werden. Mit dem Erlös der Gerätehauseinweihung wurde ein gebrauchter VW gekauft, der in Eigenarbeit zu einem der ersten Gerätewagen im Enzkreis, für Verkehrsunfälle ausgebaut wurde. Unter Kommandant Werner Schwarz (1976 - 1985) wurde durch großzügige Unterstützung des Autohauses Bohnenberger die Realisierung eines Einsatzleitwagens ermöglicht und dieser 1981 in Dienst gestellt. Vom 11. bis 14. Juni 1982 wurde bei einem 4-tägigen Feuerwehrfest mit großem Festumzug das 75-jährige Jubiläum der Abteilung gefeiert. Rechtzeitig zu diesem Termin wurde auch das neue Tanklöschfahrzeug in Dienst gestellt, welches noch vor der offiziellen Einweihung erfolgreich bei einem Dachstuhlbrand in der Friedensstraße eingesetzt werden konnte. Das alte LF 8 Ts wurde 1984 durch ein neues LF 8 Ts - Mercedes mit Aufbau von Bachert ersetzt. In den Jahren 1985 - 1990 leitete Erich Schmidt als Abteilungskommandant die Geschicke der Abteilung Dietlingen. Im Januar 1990 wurde dann Uwe Renninger als neuer Abteilungskommandant gewählt, der dieses Amt bis heute ausübt. Im Jahre 1992 wurde der Gerätewagen aus Altersgründen durch ein neues Fahrzeug ersetzt und in einer Leistung von über 400 Arbeitsstunden einsatzgerecht ausgebaut. Eine lange Notwendigkeit wurde im Jahre 1993 von der Gemeinde in Angriff genommen. Mit dem Anbau einer offenen Gerätewerkstatt, eines Umkleideraumes mit Duschmöglichkeit und der Installation der Abgasabsauganlage war man nun wieder auf dem Stand der Zeit. Die Kameraden unterstützten die Renovierungsarbeiten mit großem zeitlichen Einsatz, brachten „Farbe“ in’s Spiel, und halfen die Kosten für die Allgemeinheit niedrig zu halten. Nach Beendigung der Renovierungsarbeiten wurde das in neuem Glanz erstrahlende Feuerwehrhaus mit einem zünftigen „Tag der offenen Tür“ eingeweiht, welcher auch im zweijährigen Abstand zur Information der Bevölkerung durchgeführt wird. Durch die Umsetzung des LF 8 Ts in die Abteilung Niebelsbach und der Anschaffung eines leistungsstarken LF 16/12 für die Abteilung Dietlingen, konnte die Schlagkraft und Einsatzbereitschaft für die Gemeinde Keltern enorm gesteigert werden. Im September 1999 hatte die Feuerwehr Keltern ihr 25-jähriges Jubiläum. Gemeinsam mit der Bevölkerung feierten alle Abteilungen beim Schul- und Sportzentrum in Dietlingen. Wie schon 1993 bei der Renovierung des Feuerwehrhauses, so waren es auch im Winter 2006/2007 wieder einige Kamaraden die in ihrer Freizeit die Modernisierung der Funkzentrale in Angriff nahmen und in unzähligen Stunden ein gelungenes Werk vollbrachten. Durch diesen Einsatz konnten auch diesesmal die Kosten wieder niedrig gehalten werden. Ein besonderes Ereignis für jeden Feuerwehrangehörigen ist das Erlangen eines Leistungsabzeichens, egal ob Bronze, Silber oder Gold. In früheren Jahren fanden sich schon Kameraden aus Dietlingen, die gemeinsam mit einigen Angehörigen der verschiedenen Kelterner Abteilungen Leistungsübungen absolvierten. So war es auch 2004, als man den Schritt über die Gemeindegrenze wagte und eine „gemischte Gruppe“ aus Keltern gemeinsam mit der Feuerwehr Neuenbürg Abteilung Arnbach das Leistungsabzeichen in Silber erlangte. Aufgrund des Erfolgs und der sehr guten Kameradschaft setzte man 2005 noch eins drauf und holte sich das Abzeichen in Gold. Im Jubiläumsjahr der Feuerwehr Dietlingen wird die Abteilung durch Uwe Renninger und seinen Stellvertreter Jürgen Bischoff geführt. Das Amt des Ausschußes begleiten Frank Brecht, Jürgen Gebert, Oliver Knaack, Roland Köhler und Ulrich Widmann. Die Altersmannschaft wird durch Wilhelm Schlittenhardt vertreten. Die Abteilung Dietlingen setzt sich im Jubiläumsjahr aus 30 Aktiven, 6 Jugendlichen und 20 Mann Altersmannschaft zusammen. Unsere Arbeit, die wir ehrenamtlich leisten, dient dem Wohle der Allgemeinheit, getreu unserem Wahlspruch: „Gott zur Ehr, dem nächsten zur Wehr“.
Die Kommandanten der Feuerwehr Dietlingen 1907 - 1923 Heinrich Schwarz 1923 - 1933 Adam Bischoff 1933 - 1938 Hermann Becker 1938 - 1948 Wilhelm Scholl 1948 - 1968 Albert Fieß 1968 - 1976 Werner Schmidt 1976 - 1985 Werner Schwarz 1985 - 1990 Erich Schmidt seit 1990 Uwe Renninger
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